Mehr Wetter

Es sind noch Bücher da, also ist auch noch Hoffnung da. Das Wetter hält uns auf Spiekeroog fest: Entweder Starkwind oder Regen oder zumindest die Aussicht auf das eine oder andere oder beides in den nächsten Stunden. Wie verfolgen  interessiert, wie die brennende Fremantle Highway aus dem Mittelstreifen des Verkehrstrennungsgebietes in die „sichereren“ Gewässer von Schiermonnigkoog gebracht wird.

Das Wrack selbst ist im AIS nicht zu sehen, da sendet nichts mehr, aber die Ballung von Schleppern und Hilfsfahrzeugen ist ziemlich eindeutig. Es soll noch ein geeigneter Hafen gefunden werden, aber mal ehrlich, lieber Leser: Wenn du für einen Hafen verantwortlich wärst, was müsste man tun, damit du so ein brennendes Wrack rein läßt?

Orion Highway


Das ist sie nicht, die hier hat uns auf der Außenelbe bei Neuwerk überholt.

Neues von Spiekeroog: Die Lagune ist arg geschrumpft und verdient diesen Namen eigentlich nicht mehr. Es sind dort aber weiterhin die üblichen Verdächtigen zu finden. Laramie und/oder Cafe Westend gibt es auch nicht mehr. Die Bebauung schon, den Betrieb aber nicht.

Die geschrumpfte Lagune

Der Yachthafen ist so leer, wie wir ihn in der Saison eigentlich noch nie gesehen haben. Das könnte allerdings am sehr nordischen Wetter liegen: Entweder es weht heftig oder es regnet oder eines von beiden ist für die nächsten Stunden angesagt. Oder auch beides.

Die beste Maßnahme gegen die Wettermisere ist vermutlich, nach Hause zu fahren. Dann wird’s vermutlich besser.

Der beste Wetterbericht ist der Blick aus dem Fenster

Hintertür

Stockholm liegt da, wo sich zwei Gewässer treffen: Die Ostsee, vertreten durch die Wasserflächen des Schärenhofs,  und Melaren. Nur Melaren, ohne Artikel. Der ist schon im Wort enthalten, was die Sache im Deutschen etwas sperrig macht.

Melaren liegt etwa 60 cm höher als die Ostsee. Das ist zwar wenig, macht aber aus, das er (?) ein Süßwassersee ist und man nur über Schleusen vom Gewässer zum anderen kommt. Und obwohl Melaren doppelt so groß ist wie der Bodensee und damit Schwedens drittgrößter See, hat man selten größere zusammenhängende Wasserflächen. Eigentlich setzt sich hier die Landschaft der Schären ins Hinterland fort, nur eben mit Süßwasser.
Stockholm wird aus den See auch mit Trinkwasser versorgt.

In Stockholm gibt es zwei schiffbare Verbindungen zwischen Ostsee und Melaren: Slussen, den zentralen Verkehrsknoten, z.Z. eine Riesenbaustelle, und Hammarbyleden <link>, einen Kanal südlich der Innenstadt und Södermalms (siehe Södermalm). Da sind wir durch zu Melaren. Haben die Stadt sozusagen durch die Hintertür verlassen.

So ganz stimmt das Bild nicht, am Melaren liegen auch das Rathaus, das königliche Schloss in Stockholm, das Parlamentsgebäuse, Gripsholm, Drottningholm etc., aber die Vordertür geht eben zur Ostsee.

Melaren reicht mit einem seiner vielen Arme bis in eine Stadt namens Södertälje (ca 70 000 Einwohner), die Ostsee reicht von der anderen Seite und im gleichen Tal bis auf wenige Kilometer auch nach Södertälje. Da war es naheliegend, beide durch einen Kanal zu verbinden. An der Schleuse merkt man natürlich, dass man wieder vom dem See zu der See wechselt, am Landschaftsbild eigentlich nicht. Vorher Schärenlandschaft, danach auch, nur unterbrochen durch Stadt und Industriegebiet von Södertälje.

Was uns Auffiel: Ein großer Komplex, bei dem man nicht so recht erkennen konnte, ob das Büros, Wohnbebauung oder Industriebetrieb ist: Für eine Fabrik zu viele Fenster, für Büros zu viele Schornsteine.

Übernachtung neben dem Bahnhof mit S-Bahn-Anschluss nach Stockholm. Für den Wesersegler ein bisschen Elsfleth-Gefühl – da kann man auch neben dem Bahnhof liegen.

Und dann zurück in die Schären, nach Fifång.