Gedrängte Wochenübersicht

Es soll endlich losgehen. Zu Pfingsten? Zu viel los, Häfen voll. Wir warten bis Montag. Montag am Boot. Unser schwerindustrieller Nachbar hat das Boot leider etwas verschmutzt, besser abwarten, bis der Gutachter das beurteilt hat. Mittwoch ist sowieso noch Generalprobe der Bigband, da will und soll der Skipper hin. Donnerstag ist er wieder an Bord. Am Freitag erst der Gutachter, dann die Unwetterwarnung. Dann die sehr ausgeprägte Gewitterfront mit Sturmböen von beeindruckender Ausdruckskraft.

Am Sonnabend nach Bremerhaven, leider nur etwa eine halbe Stunde unter Segeln, der Rest mit Wind aus dem Tank. Man muss eben im Tidenrevier zu bestimmten Zeiten an bestimmen Orten sein. Nicht auf die Minute, aber irgendwie ganz grob schon. Das nächste tidenspezifische Probem: Hochwasser am frühen Nachmittag oder ganz früh am Morgen. Ganz früh ginge, um nachmittags in Cuxhaven zu sein. Geht aber doch nicht, weil die Sportbootschleuse erst ab 6 Uhr schleust. Früher Nachmittag ginge, wenn man ganz spät und im Dunklen in Cux ankommen will. Kann man machen, muss an aber nicht. Dann also so: Früh am Nachmittag raus und zu Deutschlands einziger Hochseeinsel (angesagter Wind SW3), am nächsten Tag mit Südwind (gesagt S4-S5) zur Eider.

Der Südwest blieb leider aus, noch mehr Diesel verbrannt. Zur Eider ging es dann aber wenigstens überwiegend unter Segeln bis auf das letzte Stück mit den vielen engen Kurven. Kurz vor Niedrigwasser ab Helgoland, etwa zu Hochwasser in Tönning. Am Dienstag hat sich der Skipper wieder nach Bremen abgesetzt, um den Gig zu obig erwähnter Generalprobe dann auch zu spielen. Und dann am Donnerstag wieder zurück nach Tönning zu kommen. Und den Freitag auch noch in Tönning zu bleiben.

Irgendwie sind wir da gerne. Das „Multimar“ besucht. Der Name ein bisschen daneben, die Einrichtung selbst aber sehr sehenswert. Hatten erst Bedenken, da die meisten Nationalpark-Häuser ja doch mehr oder weniger das Gleiche zeigen, aber Multimar bietet doch einiges darüber hinaus. Können wir empfehlen, wenn jemand mal nach Tönning kommt.

Am Sonnabend dann mit auflaufender Tide die Gezeiteneider hinauf. Alle drei beweglichen Brücken ohne große Wartezeiten passiert und das Tor der Schleuse Nordfeld stand schon für uns offen. Allerdings hatten wir, oder hatte Sabine, uns auch überall angemeldet und wir haben unsere Geschwindigkeit ein bisschen an den Eisenbahnfahrplan angepasst.

Jetzt liegen wir im kleinen, einfachen aber netten Hafen des Wassersportclubs Lunden, sitzen unter Deck, während es draussen, den Vorhersagen entsprechend, regnet, und werden hier auch bis morgen früh bleiben.

Prelude

Vorspiel zum Prelude

oder auch andersrum.
Martha hat dieses Jahr noch keine lange Strecke zurückgelegt: Vom Kran zum Liegeplatz, vom Liegeplatz zum Mastkran und vom Mastkran wieder zum Liegeplatz. Und zwischendurch nochmal ein paar Meter auf der Weser zum Anschippern. In Summe so 2-3 Meilen, nautische.

Die Besatzung dafür schon ein paar Meilen mehr.

Ein Freund und Vereinskamerad hat sein Schiff verkauft, die Käufer brauchten ein wenig seemännische Unterstützung und so hat der Autor einen Teil der Mittelweser erstmals von unten nach oben befahren: von Hoya bis zum Mittellandkanal. Bin zwar an der Weser aufgewachsen, in der Richtung hab‘ ich sie aber noch nie befahren, von ganz kurzen Stücken abgesehen.

In Hahlen am Mittellandkanal durfte und konnte der Amateur-Lotse dann wieder von Bord gehen und mit dem Taxi und der Bahn nach Bremen zurück fahren. Was zwar geringfügig schneller ging als die Fahrt die Weser rauf, aber dank der Deutschen Bahn auch nicht ganz frei von Überraschungen war.

Prelude

Nach dem Vorspiel zum Vorspiel jetzt das Vorspiel zur Saison. Anna und Tom haben sich ein neues (gebrauchtes) Boot geauft. Das Boot liegt in Munkmarsch, Sylt, und soll da weg, weil der Voreigner den Liegeplatz braucht. Beide arbeiten und haben schulpflichtige Kinder. Tom kann das Boot nicht allein fahren, schon aus rechtlichen Gründen nicht. Oma und Opa werden gefragt und müssen ran.

Navigatorische Ausgangslage: Das Zeitfenster mit dem günstigen Wetter ist leider ein Zeitfenster mit ungünstiger Tide, HW am Nachmittag.

Plan: Von Munkmarsch (fällt hoch trocken) raus, sobald es geht, dann nach Helgoland. Am nächsten Tag von Helgoland zur Eider und dann weiter durch den NOK zur Ostsee. Da soll das Boot diesen Sommer liegen, damit man es segelnd kennen lernen kann, ohne sich dauernd mit der Tide beschäftigen zu müssen.

Ausführung:


Auf Helgoland spät und bei Dunkelheit angekommen, dafür früh abgefahren. Wenn’s die Tide denn so erfordert … Was muss, das muss.

Auf der Eider bis Tönning, „Stammbesatzung“ Anna, Tom, Jonna, Smilla wieder an Bord. Weiter die Eider aufwärts bis Süderstapel, die Hilfskräfte von Bord. Stammbesatzung fährt weiter.

Das Abenteuer mit der Giselauschleuse kann der Chronist nicht wiedergeben, weil er es auch nur aus zweiter Hand kennt. Er weiß aber aus eigener Erfahrung, dass die nicht so zuverlässig funktioniert, wie es eigentlich sein sollte. Vieleicht gibt’s zu dem Thema noch einen Nachtrag/Einschub.
Ab Rendsburg durften Oma und Opa das Schiff dann nochmal übernehmen und bis Kiel bringen. Da liegt es jetzt, bis die Stammbesatzung Zeit hat und weiter fährt zu ihren Sommerhafen.