Schleppender Anfang

Wir sind wieder unterwegs. Mit schleppendem Anfang, aber dafür ohne festes Ziel.
Unseren festen Liegeplatz mussten wir verlassen, weil die Schleuse, die uns von der Weser trennt, gewartet wird und daher für mehrere Wochen und auch immer noch gesperrt ist.

Wir haben uns daher in der Nähe herrumgetrieben. Erst Kindergeburtstage, hier noch ein Termin,  da ein Konzert, Arzttermin (geplant), Probe (weil man ja noch in der Nähe war), Wetter  (wir haben, aufsummiert, schon Wochen in Bremerhaven verbracht, weil das Wetter es so wollte.), Erwachsenengeburtstag mit Auftritt der liebsten aller Bands, Zahnarzttermin (ungeplant), Besuch beim Instrumentenmacher (auch ungeplant).

Jetzt haben wir es endlich geschafft: Wir sind unterwegs.
Weser runter (mit Wind), Bremerhaven, nochmal Weser runter (nur zeitweise Wind), Elbe rauf (kein Wind), Cuxhaven, Elbe weiter rauf (schöner Wind), NOK (auch Wind, eigentlich genug davon, aber auf dem Kanal schlecht zu gebrauchen. Man muss den Motor sowieso laufen lassen und die Bäume am Ufer sorgen für Wirbel und Böen. Da verzichtet man dann irgenwann zur Schonung von Nerven und Material auf die 40% erneuerbarer Energie.)


In Brunsbüttel direkt in die offen stehende alte Süd(-schleuse, Schleusensprech). Zum ersten mal, hier waren wir noch nie drin.

Noch nie zuvor gesehen, alte nord

Dafür wurden wir am anderen Ende des NOK freundlich angewiesen, als Sportboot am Ponton anzulegen und zu warten. Was wir dann ausgiebig getan haben, warten. Nach knapp zwei Stunden dann auf der Förde.


Im Moment im Yachthafen Stickenhörn. Eigentlich ablegebereit, aber ein letzter Blick auf das Regenradar hat uns überzeugt, doch lieber noch etwas zu warten. Über die Eckernförder Bucht soll gleich ein Gewitter ziehen und genau dann am Ausgang ankommen, wenn wir auch da gewesen wären.


Muss ja nicht sein, wir segeln zum Vergnügen und nicht gegen Bezahlung.

Noch mehr Wetter

Ist ja immer ein Thema, das Wetter. Erstens beim Segeln und zweitens diesen Sommer sowieso und überall. Wir sind dem Wettergeschehen entflohen und von Spiekeroog über Horumersiel zurück nach Bremerhaven.

In Horumersiel ist übrigens ein Ausflugsschiff stationiert, das in früheren Jahren als “Butterdampfer” unterwegs war. Irgendwie waren die früher größer 😜.

Wenigstens konnten wir die ganze Strecke segeln, an Wind war kein Mangel und die Stärke passte auch. In Bremerhaven haben uns dann die Vereinskollegen eingeholt, die der maritimen Fortbewegung mittels fossiler Brennstoff näher standen als wir. Jetzt haben sie uns gar überholt und die heutige mehrstündige Flaute für die Strecke nach Bremen verwendet.

Wir haben den, für derzeitige Witterungsverhältnisse, sonnigen Sonntag hier genossen. Morgen ist viel Wind und Regen, übermorgen etwas weniger von beidem. Da soll’s dann zurück zur Ochtum gehen.

Hallo Marco, das Wetter wird doch besser, wenn man sich entschließt, nach Hause zu fahren. Folgt doch aus Murphies Gesetz, oder?

Mehr Wetter

Es sind noch Bücher da, also ist auch noch Hoffnung da. Das Wetter hält uns auf Spiekeroog fest: Entweder Starkwind oder Regen oder zumindest die Aussicht auf das eine oder andere oder beides in den nächsten Stunden. Wie verfolgen  interessiert, wie die brennende Fremantle Highway aus dem Mittelstreifen des Verkehrstrennungsgebietes in die “sichereren” Gewässer von Schiermonnigkoog gebracht wird.

Das Wrack selbst ist im AIS nicht zu sehen, da sendet nichts mehr, aber die Ballung von Schleppern und Hilfsfahrzeugen ist ziemlich eindeutig. Es soll noch ein geeigneter Hafen gefunden werden, aber mal ehrlich, lieber Leser: Wenn du für einen Hafen verantwortlich wärst, was müsste man tun, damit du so ein brennendes Wrack rein läßt?

Orion Highway


Das ist sie nicht, die hier hat uns auf der Außenelbe bei Neuwerk überholt.

Neues von Spiekeroog: Die Lagune ist arg geschrumpft und verdient diesen Namen eigentlich nicht mehr. Es sind dort aber weiterhin die üblichen Verdächtigen zu finden. Laramie und/oder Cafe Westend gibt es auch nicht mehr. Die Bebauung schon, den Betrieb aber nicht.

Die geschrumpfte Lagune

Der Yachthafen ist so leer, wie wir ihn in der Saison eigentlich noch nie gesehen haben. Das könnte allerdings am sehr nordischen Wetter liegen: Entweder es weht heftig oder es regnet oder eines von beiden ist für die nächsten Stunden angesagt. Oder auch beides.

Die beste Maßnahme gegen die Wettermisere ist vermutlich, nach Hause zu fahren. Dann wird’s vermutlich besser.

Der beste Wetterbericht ist der Blick aus dem Fenster

Helmut und die Brandgans

Wir schauen uns diverse Wetteberichte an. Nee, muss nicht sein. Andere schauen sich die Wetterberichte an und kommen zum gleichen Ergebnis: Muss jetzt nicht sein.

Kräftiger Wind aus westlichen Richtungen kann auf der Unterelbe schon einen recht unangenehmen Hack hervorrufen, auf die Außenelbe fährt man bei starkem Wind aus West besser gar nicht. Also wird der Sportboothafen an der Schleuse allmählich voll.

Für Donnerstag ist dann einen Tag lang Südost angesagt, also Mittwochs nach Cuxhafen, um am Donnerstag hoffentlich einigermaßen komfortabel aus der Elbe raus und zu den Ostfriesischen Inseln zu kommen.

In Brunsbüttel stehen gerade die alten, kleinen Schleusen nicht zur Verfügung. Zumindest nicht für die Sportboote. Wir, also die Sportboote, dürfen aber mit Helmut schleusen. Anweisung etwa so: Da kommen gleich drei raus, dann gibt’s Signal für Schlepper Helmut, und danach mach ich weiß für die Sportboote.

Drei kommen raus, drei Frachtschiffe von der Größe, die sich die Erbauer der Schleuse so vorgestellt haben. Dann kommt Helmut. Der ist nicht größer als es heute schon manches Sportboot ist. Auf Helmut folgt dann noch, ohne Ankündigung, die Brandgans. Was das für ein Fahrzeug ist, haben wir nicht so recht erkannt, sieht aber auch nach Arbeit aus. Und danach die Pläsierfahrzeuge. Obwohl da ein ganzer Pulk raus will, in der “Neuen Nord” wirken sie doch sehr verstreut.

Auf der Elbe nach Cuxhafen erstaunlich wenig Rabatz, das kennen wir ganz anders. Nur ein kräftiger Regenschauer hat uns erwischt.

In Cuxhafen konnten wir feststellen, dass nicht nur die Freizeitkapitäne sich vor dem Schietwetter in den Hafen zurückziehen.

Der Plan “Donnerstag mit Südost aus der Elbe zu den Ostfriesen” war gut und hat geklappt. Allerdings hat uns im Augenblick das warnwürdige Wetterereignis “ergiebiger Dauerregen” auf Spiekeroog ereilt.

Wetter …

Unser Aufenthalt auf dem Nordostseekanal/NOK/Kiel Canal fiel dieses Jahr etwas länger aus. Von Kiel erst nur bis Rendsburg, weil es zu Hause eine Termin gab, den wir nicht vorhersehen konnten. Also mit der Bahn am Donnerstag nach Bremen und am Samstag wieder nach Rendsburg. Am Morgen dann weiter auf dem Kanal und das Wetter war – feucht, herbstlich, nordisch?

Jedenfalls fanden wir, dass die 30 km bis zum Gieselaukanal erstmal reichten. Die Wettervorhersage legte es sowieso nahe, nicht aus der Elbe auszulaufen. Fahren wir also morgen elbaufwärts nach Glückstadt, da reicht es, wenn wir um eins in Brunsbüttel sind.

So ward an der Gieselauschleuse (Schon wieder gesperrt wegen technischer Probleme. Nicht die Uraltmechanik, “die Elektronik, die Elektronik!”) aus Abend und Morgen ein neuer Tag. Und für den neuen Tag sind heftige Gewitter angesagt. Besonders im Raum Glückstadt.

Also bleiben wir ein bisschen in Brunsbüttel und warten auf etwas besseres Wetter. Die Idee hatten allerdings auch andere, sodass der Bootshafen vor den Schleusen jetzt gut belegt ist.

Schwacher Trost, aber: Wäre ja gerne nochmal nach Schottland, ging aber aus diversen Gründen nicht. Aber die haben derzeit ein Sommerwetter… Man friert schon beim Lesen. Stornoway 10°!

Laut derzeitiger Vorhersage, es ist Montag, könnte Donnerstag oder Freitag eine Chance bestehen, aus der Elbe raus zu kommen.

Uns tun die Niederländer ein bisschen leid, die jetzt zurück müssen. Wir haben ja noch Zeit und können besseres Wetter abwarten.