Wind, wie man ihn nicht haben will

Die Wasserpumpe pumpt wieder Wasser, ohne einen Teil davon in die Bilge zu entlassen. Zumindest bei einer Standprobe im Hafen, die volle Wahrheit wird sich dann unterwegs zeigen. In der Geschwindigkeit und Freundlichkeit war der Laden Spitze. Wer also in Kiel mal eine Kühlwasserpumpe überarbeiten lassen muss: Wotorenwerkstatt Augustin in Friedrichsort. Die Welle hatte Riefen, sie hatten aber Ersatz da. Die Welle war auch gar nicht so teuer, Volvo verdient sein Geld offensichtlich mit Dichtungen. Die kosten da ein kleineres Vermögen.

Nun könnten wir los, wenn der Wind das zulassen würde. Die Diskussion, ob man bei den gegebenen Windverhältnissen auslaufen sollte, sind ja schon von Mister M. Payton hinreichend dargestellt worden. Beim aktuellen Wetterberich kommen aber gar keine auf:


Marstal sieht ähnlich aus. Da lassen wir das lieber! Schon hier in der Förde huschen unregelmäßig Böen über uns hinweg, die sich gewaschen haben. Oder eben uns waschen, schön kalt!

Aller Anfang ist …

Nun sind wir schon so spät ins Wasser gekommen. und dann fängt es auch noch holprig an. Ansegeln nach Berne. Für die, die unser Heimatrevier nicht ganz so genau kennen: Das ist ein kleiner Sielhafen an der Unterweser, links, an der niedersächsischen Seite. Die gegenüberliegende Seite der Weser gehört noch zu Bremen und wird von einem Kraftwerk und einer Kläranlage geprägt. Aber das stört kaum, wenn man im Hafen liegt. Weil das Schilf das ganze Elend die meiste Zeit verdeckt.

Weil es ein Sielhafen im Tidenbereich (fast 4m Hub bei Springtide) ist, fällt man mit dem Boot trocken und liegt dann in weichem Schlick – jedenfalls an den meisten Plätzen.

Als zur Rückfahrt geblasen wurde, ergab die Standard Kommt-Kühlwasser-aus-dem Auspuff-Probe: Negativ. Zumindest kam sehr wenig raus. Kühlwasser-Ansaugleitung durchgespült, gegen die Fließrichtung. Negativ, Zustand wie vorher. Impeller ist nagelneu, hat noch keine Stunde Betriebszeit. Deckel am Wasserfilter: Negativ, der ist positiv dicht. Wenn man jetzt noch ’ne Stunde nach dem Fehler sucht, läuft das Wasser wieder ab und man muss gegen den Tidenstrom fahren. Daher hat ein freundliche Vereinskamerad uns an die Leine genommen und in den Heimathafen geschleppt.

Um mit dem Schleppverband in der Schleuse keine Probleme zu bekommen, sind wir dann die letzten Meter wieder aus eigener Kraft gefahren. Und siehe, oh Wunder, ohne weiteres Zutun sprudelte wieder Wasser aus dem Auspuff, und zwar genug davon. Wir stehen vor einem Rätsel angesichts der wunderbaren Selbstheilung.

Im Moment ist unsere einzige Erklärung: Da hat wohl jemand hinter dem Ansaugkorb gewohnt und ist während der Schleppfahrt hinaus gespült worden. Für besserer Erklärungen wäre der Skipper dankbar.