Toft-Toft

Heute ¨Erholung auf See¨
Wovon allerdings sollen wir uns erholen? Auf Kreuzfahrtschiffen heißen ja die Tage ohne Landgang so – wir waren also heute unterwegs, von Ebeltoft nach Grenaa. Und haben dafür, 29 Meilen, fast den ganzen Tag verbraten. Denn meist war kaum Wind, und wenn, dann von vorn. Also ist vom heutigen Tag wenig zu berichten. Vielleicht, dass der Yachthafen von Grenaa groß, leer, weit vom Ort und vergeichsweise teuer ist. Falls das jemanden interessiert.
Gestern also nochmal Ebeltoft. Die ¨Jylland¨ besucht. Eines der Schiffe, die 1864 in der Seeschlacht vor Helgoland gekämpft haben. Völlig sinnlos übrigens, der Krieg war sowieso schon entschieden, zu Ungunsten Dänemarks.

Fregatte Jylland
Fregatte Jylland

Die letzte Seeschlacht mit hölzernen Segelschiffen. Wobei die Jylland ja schon kein reines Segelschiff mehr war, sie hatte eine Maschinenanlage und konnte auch mit Dampfkraft fahren, wenn auch nicht so schnell wie unter Segeln. Eigentlich war sie schon ein Anachronismus, als sie ins Wasser kam: Segelschiffe waren durch Dampfschiffe überholt, Vorderlader-Kanonen durch Hinterlader ersetzt. Auch damals schon war wohl die Zeit zwischen Pflichtenheft und Abnahme wohl manchmal länger als erwartet.
Für das segelnde Volk interessant: Die Schraube hatte nur zwei Flügel und konnte beim Segeln in den Rumpf eingezogen werden. Das lässt sich heute noch gut erkennen. Innen im Schiff ist leider nicht viel erhalten. Was heute zu sehen ist, ist zum großen Teil nachgebaut.
Die einziehbare Schraube der Jylland
Die einziehbare Schraube der Jylland

Als Kriegsschiff ist sie wohl nur einmal zum Einsatz gekommen, später war sie so eine Art Staatyacht XXL, mit der der König nach Island und Russland gereist ist.
Dem Ebeltofter Nachtwächter sind wir leider nicht begegnet, unser Verdacht ist, dass er außerhalb der Urlaubssaison nicht wacht.
Der Name Ebeltoft soll sich von Äppeln herleiten, was auch durch eine große Plastik eines Apfels unterstrichen wird. Was das „-toft“ bedeutet, hab‘ ich bislang nicht raus gefunden. Dafür, das die Endung ¨-toft¨ auch anderswo vorkommt, z.B. im Danelag, dem damals von den Wikingern geärgerten Teil Englands: Im Hafen von Ebeltoft lagen zwei etwas heruntergekommene Schiffe aus Lowestoft, dem Hafen, in dem wir 2013 und 2015 britischen Boden erstmals betreten haben. Toft-Toft. Was heißt denn nun ¨-toft¨ ?
Andere Tofter in Ebeltoft
Andere Tofter in Ebeltoft

cord

Autor: cord

Hat mal Physik studiert, aber fast alles wieder vergessen. Hat jetzt altersbedingt viel Freizeit und segelt gerne. Oder macht Musik. Verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Und inzwischen zwei Enkelkinder.

2 Gedanken zu „Toft-Toft“

  1. Hallo ihr Lieben,
    da will ich mal ein wenig klugscheißen…..:
    „Toft“ ist eine Ortsnamensendung in Südschleswig und Dänemark und bedeutet „orts- oder hofnahes Flurstück“.
    Was aber jetzt der Engländer damit zu tun hat, wissen die Götter (oder wer auch immer…)
    Wahrscheinlich ein Importprodukt von den Wikingern auf Plünderfahrt!
    Weiterhin gute Reise,
    Yogi

    1. Danke für die Aufklärung. Wie soll man aber auch ¨ortsnahes Flurstück¨ kommen. Und der Engländer hat da insofern was zu tun, als er es im Mittelalter ja nicht geschafft hat, den Dänen daran zu hindern, auf der britischen Insel nicht nur zu räubern, sondern auch großflächig zu siedeln. Und seine Endungen an den Namen der Orte, die er, der Däne, gegründet hat, zu hinterlassen. ¨-toft¨, ¨-by¨, ¨-thorpe¨ und noch etliche mehr. Die Engländer kennen nur zwei Könige mit dem Attribut ¨the Great¨: Alfred, der die Dänen erfolgreich bekämpft hat, und ¨Canute the Great¨. Wobei letzterer nur westlich der Nordsee ¨Great¨ ist, auf dieser Seite ist er einfach nur Knut. Aber dafür auf beiden Seiten Däne.

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