Ganz warm

Kurz bevor der kleine Belt ins Kattegat übergeht, liegt die Insel Fänö drin und teilt den Belt. Der westliche Arm führt, wenn man von Süden kommt auf das Kraftwerk und die Industrieanlagen von Skärbäk zu. Das sieht nicht wirklich schön aus, außer, vielleicht, wenn man zu den Aktionären des Kraftwerks gehört. Der östliche Arm, an dem auch der Yachhafen von Middelfart liegt, hat etwas von einer romantischen Flusslandschaft.

Idylle am kleinen Belt

Als am Ende der Eiszeit die skandinavischen Gletscher abschmolzen, ist das sicher mal ein Fluss gewesen. Nur hat damals keiner die Idylle bewundert, falls es eine war.

Kommt man dann dort, wo die beiden Arme wieder zusammen kommen, um die Ecke, hat man die Brücken von Middelfart vor sich.

Mittlerweile ist der Sommer auch hier angekommen, mit noch angenehmen Temperaturen und leider wenig Wind. Der gemeine Ostseesegler ist ja durchaus in der Lage, auch mit wenig Wind recht lang zurecht zu kommen. Er muss ja, im Gegensatz zu unserem heimischen Revier, nicht oder kaum auf die Tide achten. Da kann man die Hoffnung auf Wind lang aufrecht erhalten .

Die Hoffnung (auf Wind) stirbt zuletzt

Juelsminde: Der Hafen ist groß, besteht aus mehreren Becken und böte viel Platz. Wenn nicht gerade das Jahrestreffen der X-Jacht-Besitzer statt fände. Mit Regatta und allem, was sonst zu einer solchen Veranstaltung gehört. Wussten bislang nicht, dass es so viele so große X-Jachten überhaupt gibt.

Wir wollten weiter nach Norsminde, haben diesen Plan aber wegen akuten Windmangels und extremer Übertemperatur aufgegeben. Bahnverkürzung: Statt Norsminde Hov. Viel Yachthafen, Fährhafen nach Samsö und Tunö. Es gibt dort eine kleine Bootswerft. Ob die noch in Betrieb ist, war für uns nicht so recht erkennbar. Sieht alles noch betriebsbereit aus. In einer der Hallen fand offenbar eine Hochzeit statt, mit Live-Beschallung. Ein Trio (git, b, dr, 2*voc), gab eine Sammlung der Hits der 60er und 70 Jahre. Haben sie auch gar nicht schlecht gemacht, allerdings auch so kräftig, das man auch mit Bettdecke über den Ohren nicht zum Schlafen kam. Die Feiernden oder gefeiert Habenden haben erstaunlich wenig materielle Rückstände hinterlassen.

Der nächste Versuch, nach Norsmine zu kommen, führte uns, flautenbedingt, nach Tunö. Wenn man sowieso unter Motor weiterfährt, ist es egal, ob man die gleiche Strecke in die eine oder andere Richtung fährt. Auf Tunö waren wir noch nie.

Eine Insel zwischen Samsö und Jütland. 3 1/2 Quadratkilometer, 74 Einwohner. Ein Fähr- und Yachthafen. Bis in die 70 Jahre hat die Fähre Tunö nicht angelaufen, sondern nur die Fahrt reduziert. Dann konnten die Tunöer längseits gehen, Fracht und Passagiere austauschen und wieder ablegen. Mit dem heutigen Verkehrsaufkommen und heutigen Sicherheitsvorschriften wäre das wohl nicht mehr zu machen.

Es geht das Gerücht, das der Pastor von Tunö jahrelang mit der Frau des Leutturmwärters ins Bett gegangen ist.

Wie man sieht, war das ganz in Ordnung. Der Pastor war der Leutturmwärter und der Leuchtturm war der Kirchturm und ist es auch immer noch.

Außerdem hat Tunö einen Yacht- und Fährhafen. Der Yachthafen ist z.Z. sehr voll, weil die „Hov Maritime Idraetsefterskole“ hier mit viele Booten und noch mehr Teenagern festgemacht hat. Nachdem der Hafenmeister einige Umsortierungen vorgenommen hat, um das überhaupt möglich zu machen,

Autos gibt es nicht auf Tunö, Transportaufgaben werden mit dem trecker erledigt. Die gibts.

Mietfahrräder gibts auch. Und bemerkenswerte Aussagen. Wenn einer der werten Leser der dänischen Sprache hinreichend mächtig ist, könnte er bitte in die Kommentare schreiben, wie der folgende Satz zustande gekommen ist:

Kryptische Anweisung

Autor: cord

Hat mal Physik studiert, aber fast alles wieder vergessen. Hat jetzt altersbedingt viel Freizeit und segelt gerne. Oder macht Musik. Verheiratet, zwei erwachsene Kinder. Und inzwischen zwei Enkelkinder.

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