Ort mit drei Buchstaben

Nordwest 4 sagt der Wetterbericht. Das wäre gut, um über’s Watt nach Ameland zu segeln. 3 Stunden vor HW raus, noch ’ne halbe Stunde Zugabe für die Schleuse. Man weiß ja nicht so ganz genau, wie lang man da warten muss.
Wir mussten gar nicht warten, die Schleuse war auf, als wir um die Ecke kamen. Und dann ging es wirklich flott bis dahin, wo’s flach wird.


Da mussten wir ein bisschen ankern, weil noch nicht genug Wasser da war. Als es weiter ging, konnten wir leider die Höhe nicht mehr laufen, die wir gebraucht hätten. Und das bleib dann leider so bis zum Westende von Ameland. Aus dem NW war leider ein NNO geworden. Hinterher hat Windfinder seine Anzeige an die Realität angepasst, aber hinterher sind wir auch selbst schlauer.

Im Hafen von Nes (Ort auf Ameland, 3 Buchstaben), dem fast einzigen auf der Insel, wird ordentlich diskriminiert: Einheimische innen, dann Rund- und Plattbodenschiffe, dann langweilige moderne Jachten.

Und dann gibt es noch das Flach östlich des Hafens. Da dürfen die hin, die sich trocken fallen lassen können und wollen. Zahlen müssen die aber auch, wenn auch weniger. Was ja auch berechtigt ist, weil sie einen Teil der Infrastruktur ja mit benutzen. Oder das zumindest sollten.

Anders als unsere  Ostfrieseninseln leben die meisten Westfriesischen nicht nur vom Tourismus, sondern auch von der Landwirtschaft. Sie sind  ja auch größer, und Teile von Ameland sind Polder mit Viehhaltung.

Mit den Fahrrädern zum Westende. Auf Ameland gibt es 4 Orte. Den Hauptort mit den 3 Buchstaben aus dem Kreuzworträtsel, Buren im Osten, Hollum und Ballum westlich.  Zu Ballum gehört der andere Hafen, von dem „der Werner“ (1) sagt, er sei im Wesentlichen eine Betonplatte, auf der Sand verladen werde, der furchtbar staubt, und man solle da als Yacht nicht hineinfahren. Unser „Werner“ stammt aus den 80-ern, hat aber an Aktualität zumindest für diesen Hafen nichts verloren.

Ballum Bocht

Nur das sich mittlerweile, siehe unten, die KNRM (2) dort angesiedelt hat.
In Hollum hat Sabine das „Maritime Center Abraham Fock“ (3) ausfindig gemacht. Ein sehr empfehlenswertes Museum zum Thema Seenotrettung. Diese wurde hier sehr lange Zeit mit einem Rettungsboot betrieben, das mit Pferden (10) über 2 Kilometer zum Wasser gezogen werden musste. Dort wurde dann umgespannt und 8 Pferde, 4 an Backbord, 4 an Steubord, brachten den Wagen mit dem Boot dann ins Wasser.  Auch das Aufslippen auf den Wagen ging mit Pferdekraft. Die Pferde haben die Landwirte des Ortes gestellt. Das Boot und den Slipwagen gibt es noch, die bilden heute den Kern des „Maritime(n) Center“.
Noch 1978 war das Boot im Einsatz, da ist es zu einem Unfall gekommen: Wer Wagen ist in eine tiefe Stelle gesunken und hat die angeschirrten Pferde unter Wasser gezogen.

Ende der Radtour: Der Leuchtturm von Ameland. Hier saß noch lange Zeit ein Leuchtturmwärter, der auch die Einsätze der KNRM bei Einsätzen unterstützt hat. Wenn er denn gute Sicht hatte. Heute ist auch dieser Leuchtturm automatisiert und fernbedient. Und man darf auch rauf, gegen eine Obulus und z.Z. nur mit Registrierung und mit Schnutenpulli.

Hollum von oben

(1) Für ältere Nordseesegler das, was das „schlaue Buch“ für Tick, Trick und Track ist.
(2) Macht in den Niederlanden das, was bei uns die DGzRS macht.
(3) Für die KNRM das, was z.B. Arwed Eminghaus für die DGzRS ist.

Leeuwarden – Harlingen

Ein schwerer Verlust für das segelnde und auch Motorboot fahrende Volk. Den Aldi in Leeuwarden, den, vor dem man direkt anlegen konnte, gibt es nicht mehr. In den Gemäuern wird jetzt nur noch Tierbedarf verkauft. Wenn man sich nicht unbedingt von Chappy ernähren will, muss man sich jetzt also etwas anderes suchen.
Leeuwarden verdient eigentlich einer eingehenden Würdigung, das haben wir schon früher mal getan, wenn auch nicht im Rahmen dieses Blogs. Den gab es damals noch nicht in dieser Form. Gleiches gilt für Harlingen. Darum hier ein paar Eindrücke von dazwischen und drum rum.

Die fiese Brücke von Leeuwarden wurde hier, und nur hier, so bezeichnet, weil sie, wenn man von Osten kommt, hinter einer engen Kurve liegt. Wenn man Glück hat, ist sie zu. Wenn man Pech hat, schiebt sich gerade ein 19m-Schiff durch und braucht genau die Stelle zu drehen, auf der man gerade aufstoppt.

Außerdem ist der Autor gerade schreibunwillig, weil nach Batteriewechsel der Tastatur sich die App, die die selbige mit dem Tablet verbinden soll, sich standhaft und bösartig weigert, die deutsche Tastenbelegung zu akzeptieren. An die Satzeichen kann man sich ja gewoehnen, aber die Umlaute sind eine Quaelerei.