Segler quälen

Schließ-ab(1), Masken (Schnutenpulli, Putenschnulli ?) tragen, Abstand halten, kein Theater außer da, wo man keines haben will, kein Kino,(2) Reisebeschränkungen, all das war lästig, aber noch auszuhalten. Dass die Bigband danieder lag, war schon arg störend, damit musste man sich arrangieren. Aber dass man  bei 4-5 Bft und strahlend blauem Himmel im Hafen liegt und nicht spontan loslegen kann, weil einem der aktuelle Test für die „Einreise“ zum nächsten Hafen fehlt, DAS IST ZUVIEL! Das grenzt an Sadismus. Segler sind auch nur Menschen. Meinen sie jedenfalls von sich selber.

Sabine hat die Baltrumer Hafenwaschmaschine genutzt, um unsere ganze Wäsche aufzuarbeiten. Trocknen tut das alles an Bord trotz nur 17° Lufttemperatur erstaunlich schnell, dank des trockenen Ostwinds und der Sonne.

Trocknet gut im kalten NE-Wind

Wir haben dann doch das Beste daraus gemacht. Weil, unter normalen Umständen mag man um diese Jahreszeit nicht längere Zeit durch die braunen Düne von Baltrum wandern. Es wird dort im Sommer heiß, unangenehm heiß. Bei 16° Lufttemperatur und Sonnenschein gestaltet sich das ganz angenehm. Und obwohl wir schon oft auf der Insel waren und deren Größe überschaubar ist, waren wir uns einig: Hier waren wir noch nie. Vielleicht nur gefühlt, aber immerhin.

Dies ist nicht die Lüneburger Heide

Am Abend noch einmal zur Westspitze, wegen des Ostwinds bei Springtide 4 dm unter mittlerem Tide Niedrigwasser. Da kann man schön die Riffs vor der Wichter Ee sehen: Zum Gehen zu viel Wasser, für die Seefahrt zu viel Sand.

Wichter Ee bei MTN – 4dm,
Ey du, du kommst hier nicht durch!

So war es dann doch ein sehr schöner Tag.

(1) Lock down
(2) Konzerte, Ausstellungen, Lesungen,.. – du gaubst es nicht !

Sommer geht anders !

Nach einigen reichlich warmen Tagen haben wir es doch wieder recht norddeutsch. Für April wäre das so in Ordnung, Anfang Mai muss man mit solchen Temperaturen auch noch rechnen, aber als Ende Juni ist das so unbrauchbar. 14-16 Grad Tageshöchsttemperaturen bei Nordwind und reichlich Luftfeuchtigkeit. Und das soll ein Keil des Azorenhochs sein! Da finde ich manches Atlantik-Tief angenehmer.
Auf Wangerooge haben wir, Sabines Initiative folgend, den Strandspaziergang zum selektiven Einsammeln der faunaschädigenden Plastikrückstände genutzt. Selektiv, weil nur das, was sich zusammenknoten und tragen ließ.


Andere haben sich am Strand mit merkwürdigen Übungen unter Anleitung eines Feldherrn warm gehalten, der gegen den Lärm der Brandung seine Stimme geschult hat. Sah jedenfalls so aus.

Demostenes spricht gegen die Brandung


Da wir nun schon einige Tage hier sind und zum nächsten Monatsanfang in Norddeich sein möchten, haben wir zur nächsten Insel, nach Spiekeroog gewechselt. Ein kleiner Schritt für die Martha, und die Menschheit hat davon gar nichts. Das Harlesieler Wattfahrwasser gibt es nicht mehr, die Tonnen wurde eingezogen. Man muss jetzt durch  die Alte Harle (nördliches Fahrwasser), wenn man über das Watt von Wangerooge nach Spiekeroog will. Dort ist es bei Nordwest oder Nord immer ein spektakulärer Anblick, wenn man von hinten auf die Brandung zu fährt, um dann kurz vorher dem Fahrwasser folgend abzubiegen.

Bis ran und dann nach Bb!


Entsprechend der Witterung und der Nicht-Ferienzeit waren im Hafen noch reichlich Plätze.

Nix los.

Leider kommen auf das Liegegeld inzwischen so viele Zusatzabgaben, dass ich mich  schon an England als preiswertes Urlaubsland erinnere. (Kursverfall des Pfunds gar nicht mitgerechnet)